Aloe dichotoma masson
 
    Steckbrief

  • Klasse: Liliopsida (Einkeimblättrige)
  • Unterklasse: Liliidae
    (Lilienähnliche)
  • Ordnung: Asparagales
    (Spargelartige)
  • Familie: Aspodelaceace
    (Affodillgewächse)

  • Gattung:   Aloe (Aloen)
  • Art: dichotoma

  • Köcherbaum (dt.)
    quiver tree (engl.)
    kokerboom (afrik.)
    //garas (Nama = "to scratch lines")
    "choje" (Khoikhoi)

  • Baumaloe & Sukkulente

  • eine von 3 Drachenaloen im südlichen Afrika


Der Köcherbaum ist endemisch in den heißen und trockenen Gebieten des südlichen Afrikas: vom nördlichen Kapland (ca. ab Vanrhynsdorp) bis zum Brandberg in Namiba. Von Westen nach Osten erstreckt sich das Gebiet von der Westküste ab ca. 200km inland bis auf die Höhe von Prieska.
Er bevorzugt vor allem heiße Felswüsten, in denen der schwarze Doleritfelsen (black rock/ Ysterklip) oder Granit vorkommt. In Namibia ist zu beobachten, daß er oft im Zusammenhang mit dem Dolerit (afr.: Ysterklip) zu sehen ist. Meist wächst er an Hängen oder auf Kuppen(afr.:koppies), seltener auf Ebenen (wie z.B. an der Blutkuppe/Namibia) oder Felsnasen, jedoch nie im Sand.
Der Köcherbaum wächst sehr langsam, wird aber bis zu 8m hoch, selten größer. Im Durchschnitt ist er 3-8m groß. Er kann bis zu 400 Jahre alt werden und steht überall unter Naturschutz.
1685 wurde der Köcherbaum das erste Mal in den Reiseaufzeichnungen des Governor of Cape, Simon van der Stel, erwähnt, als dieser Richtung Norden zu den Copper Mountains ( in der Nähe der heutigen Stadt Springbok) trekkte, auf der Suche nach Kupfer.

Vom geraden dicken Stamm, der bis zu 1m im Durchmesser erreichen kann, öffnen sich aufstrebende Äste, die sich zunehmend gabelartig verzweigen. Daher auch der Name "Dichotoma" (= gabelartig).
Die Äste enden in schopfartigen Blattrosetten aus blau-grünen spitzen, fleischigen Blättern. Sie sind ca. 35 cm lang, lanzenförmig und stehen aufrecht.
Die Blattkanten sind mit einer Reihe kleiner gelbbraunen Zähne (1mm) besetzt. Die Baumkrone ist meist symmetrisch und verleiht dem Baum ein kandelaberartiges Aussehen. Je nach Alter und Wachstumsbedingungen ist die Baumkrone allerdings unterschiedlich ausgebildet. Im Richtersveld z.B. länglich mit wenigen Verzeigungen.
Die Rinde des Stammes ist goldfarben und rissig; es sieht aus, als würde sich der Stamm schuppen. Diese "Schuppen" sind an den Kanten messerscharf.
Die Äste dagegen haben oft noch eine glatte silbrig-glänzende Rinde, wie sie auch an den Stämmen jüngerer Köcherbäume zu sehen ist.
Das Holz ist leicht, außen hart und innen faserig/ schwammig, um Wasser speichern zu können. Es ist nutzlos, im Sinne von Brennmaterial.
Das Wurzelsystem ist weitverzweigt und verankert den Baum fest im Untergrund.
Erstmals in einem Alter von 20 bis 30 Jahren blühen die Köcherbäume. Im Winterhalbjahr (April/ Juli) tragen sie die für Aloen typischen ca. 30 cm langen, senkrecht aufragenden Blütenstände, die mit kanariengelben Blüten besetzt sind. Die Blüten sind schmal, röhrenförmigen und ca. 3 cm lang.
Der senkrechte Blütenstand, der oben aus der Blattrosette wächst, unterscheidet den Köcherbaum von einer weiteren ihr ähnlichen Baumaloe, der Aloe pillansii.

Die Blüten haben reichlich Nektar, der viele Vögel und Insekten anzieht, die wiederum die Blüten bestäuben. Auch Paviane naschen gerne von dem Nektar.
Die Fortpflanzung geschieht durch Samen, die im September bis November reif sind und vom Wind verteilt werden. Die Samenkapsel sieht aus wie die anderer Aloenarten: fast ovalförmig mit 6 länglichen Furchen.

In den extremen Umweltbedingungen (niedrige Luft- und Bodenfeuchtigkeit, manchmal weniger als 50mm Regen im Jahr, starke Sonneneinstrahlung) hat der Köcherbaum spezielle Fähigkeiten entwickelt, um Wasserknappheit als auch Frost zu überstehen. "Sukkulenz" (lat. "succus" = Saft) heißt das Überlebensprinzip.

In der kurzen Regenperiode sammelt der Köcherbaum genug Wasser, um auch eine längere Dürre schadlos zu überdauern.
Das Wurzelsystem erlaubt dem Köcherbaum, auch kleinste Mengen Feuchtigkeit schnell aufzunehmen.
Der Stamm und die Äste haben ein spezielles wasserspeicherndes Zellgewebe, das als Wasserreservoir dient. Desweiteren reflektiert die glänzende Rinde von Stamm und Ästen die Hitze.
Die Blätter sind mit einer dicken, wasserundurchlässigen Oberhaut versehen und besitzen versenkte und vollständig verschließbare Blattporen, wodurch der Wasserverlust auf ein Minimum reduziert wird.
Der Köcherbaum wächst meist in Felsenlandschaft. Das Gestein erwärmt sich während des Tages und gibt nachts diese langsam wieder ab, so daß der Köcherbaum selbst frostige Nächte schadlos übersteht.

Der bittere Saft der Aloe, die rissige Rinde und die bezahnten Blätter dienen zum Schutz vor Tierfraß.

Mit dem Köcherbaum ist "Aloe ramosissima" , auch "maiden quiver tree" genannt, und "Aloe pillansii" (Riesenköcherbaum) verwandt.

 

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